Der klügste Mensch im Facebook

Statusmeldungen aus Syrien

Der Kluegste Mensch Im Facebook1 Theaterwerkstatt Hannover C Julius Matuschik
Foto: Julius Matuschik

In englischer und arabischer Sprache, deutsche Zusammenfassungen

nach dem gleichnamigen e-book von Aboud Saeed, erschienen im mikrotextverlag Berlin

5. Januar 2012 um 1:58 - Träume verbrennen Fett. Deswegen bin ich so schlank. (52 Likes)

28. Mai 2012 um 15:03 - Jedes Mal, wenn sie sagen ›bewaffnete Banden‹, platzt ein Massengelächter aus dem Friedhof. (247 Likes)


Als bereits 2011 der „arabische Frühling“ in Syrien angekommen ist, beschließt Aboud Saeed seine eigene persönliche Revolution im Internet. Täglich postet er in seinen Statusmeldungen Geschichten, Gedanken und Träume. Er spielt mit seiner Identität im sozialen Netzwerk und präsentiert sich als klug, witzig und poetisch. Er macht sich zum Helden seines bitteren Alltags.

Der Autor Aboud Saeed wurde 1983 in Syrien geboren. Er wuchs in der Stadt Manbidsch unweit Aleppos auf und arbeitete dort als Schmied. Kurz vor Ausbruch der syrischen Revolution im Frühjahr 2011 eröffnete er einen Facebook-Account. Obwohl es um scheinbare Banalitäten des Lebens geht, scheint immer wieder der Konflikt auf, der um ihn tobt. Und der ihn schließlich in die Flucht treibt. Heute lebt der Autor im Berliner Exil.

2013 bereits erschien im Mikrotext Verlag sein Buch und wurde seither ins Englische und Spanische übersetzt, für zwei Hörspielfassungen bearbeitet und in Anthologien aufgenommen („Syria Speaks. Art and Culture from the Frontline“, London 2014, „The Animated Reader: Poetry of Surround Audience“, New York 2015).

2015 wurde „Der klügste Mensch im Facebook“ in Berlin im Ballhaus Naunynstraße uraufgeführt, 2016 kommt es auf die Bühne in der theaterwerkstatt hannover! Wir freuen uns auf die erstmalige Zusammenarbeit mit der jungen Regisseurin Leila Semaan, die in Hannover bereits mit ihren Assistenzen am Schauspielhaus und einer Regie zu sehen war.

Mit Issam Almiski (Schauspieler aus Syrien) & Salwa Nakkara (Palästinensische Schauspielerin s.a. „Junction 48“, Berlinale 2016)

Biografien

Sabine Trötschel, Dramaturgie und Mentorin

Kernteam theaterwerkstatt


Issam Almiski als Aboud Saeed

Geboren 1986 in Damaskus, studierte Schauspiel und Regie. Spielte auf dem Theater von klassischen arabischen Autoren, über Tschechow und Dürenmatt bis Shakespeare. 2008 wurde er als bester Schauspieler ‚of Damascus City‘ ausgezeichnet für seine Rolle in Almaaduba (the feast). Er wirkte in zwei Kinofilmen als Regieassitent mit. Seine Stimme verlieh er unter anderem „Ron“ in Harry Potter 1-3 seine Stimme, synchronisierte und gab arabische voice overs in Greys Anatomy und CSI Miami sowie diversen türkischen und syrischen Soaps und Serien.

Salwa Nakkara, als Mutter von Aboud Saaed

Wurde in Haifa geboren. Sie studierte an der Schule für Darstellende Künste‚ Beit Zvi’ in Ramat Gan im Osten Tel Aviv’s. Sie spielt in vielen Filmen im israelischen Kino und gehört zum Stammensemble des palästinensischen Al Midan Theaters in Haifa. Aktuell arbeitet sie am Deutschen Theater in Berlin zusammen mit Ofira Henning, in Hannover war sie im Solo ‚Cappuccino in Ramallah’ auf dem zweiten Theatertreffen zum Arabischen Frühling 2014 zu sehen. Dieses Jahr war sie als Schauspielerin aus der Berlinale in dem Film „Junction 48“ zu sehen.

Leila Semaan, Regie

geboren 1987 in München, studierte „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ mit Schwerpunkt Theater an der Universität Hildesheim. Sie assistierte an den Münchner Kammerspielen und dem Schauspiel Hannover, sowie beim Israeli Fringe Theater Festival. Ihr Regiedebüt „Wanderer“ von Joshua Sobol war 2011 an den hannoverschen kammerspiele /Klecks Theater zu sehen. Seitdem erfolgten kleine Arbeiten wie zwei Abende in der Montagsbar in der Cumberlandschen Galerie und diverse Stadtteiltheater-Projekte mit Laien. Ihr Schwerpunkt liegt, nicht zuletzt durch ihre palästinensischen Wurzeln, auf politischem Theater und Themen aus dem arabischen Raum.

Klemens Kühn, Ausstattung

in Torgau geboren, studierte an der Kunsthochschule in Berlin in der Fachrichtung Bühnenbild und sammelte nach seiner Meisterschülertätigkeit bei Prof. Volker Pfüller reichhaltige Erfahrungen als Bühnenbildner und Ausstattungsleiter am Theater und im Film. Seine Ausstellungsprojekte reisen durch die ganze Republik, in Hannover bspw. im Landesmuseum, im historischen Museum, der Kestner Gesellschaft. Die letzte Arbeit in der theaterwerkstatt „Der Tag an dem mein Bruder nicht nach Hause kam“, prädestiniert ihn für dieses Themenfeld.

Matthias Meyer, Musik

geboren 1980 in Altenburg, studierte „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ mit dem Schwerpunkt Musik und Medien an der Universität Hildesheim und arbeitet als freiberuflicher Tonmeister, Musiker und Sounddesigner. Seine Schwerpunkte liegen hier vor allem im Bereich der Live-Elektronik und Computermusik sowie im experimentellen Hörspiel und Radiofeature. Im Bereich Theater ist er als Musiker und Performer zu hören und zu sehen und war hier bereits an zahlreichen Produktionen beteiligt u.a. in der Zusammenarbeit mit David Marton, Ruedi Häusermann, Matthias Rebstock, Rimini Protokoll, vorschlag:hammer und Pulk Fiktion. Weiterhin ist er Gründungsmitglied des musiktheater bruit! und im Netzwerk cobratheater.cobra aktiv.

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