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Theater Triebwerk

Theater Triebwerk gründete sich 1995 als Erzähltheater-Gruppe in Hamburg. Die Gruppe ist eine Gemeinschaft von selbständigen Theaterschaffenden, die sich projektbezogen zur Erarbeitung von Konzeptionen und Inszenierungen zusammenfinden. Alle Mitglieder von Theater Triebwerk arbeiten auch in anderen künstlerischen Zusammenhängen, da die Gruppe über keine eigenen Räume oder regelmäßigen finanziellen Mittel verfügt. Theater Triebwerk arbeitet im Kollektiv und versucht einerseits über Projektgelder der Kulturbehörden von Hannover und Hamburg, andererseits über Koproduktionen mit anderen Theatern neue Projekte zu realisieren. Seit 2012 ist das Theater Triebwerk Mitglied des Freien Theaters Hannover.

Die bisherigen Produktionen richten sich sowohl an Kinder als auch an Jugendliche und Erwachsene. Allen gemeinsam sind Arbeitsschwerpunkte wie der Einsatz von Live-Bühnenmusik als theatrales Element, das Interesse an der Verlebendigung von Erzähltheater und ein forschender Improvisationsspielraum, in dem sprachliche, musikalische und choreographische Elemente gefunden werden.

Live-Musik war von Anfang an das besondere Merkmal von Theater Triebwerk. So ist die Musik nicht nur Mittel, um Stimmungen und Atmosphären zu erzeugen, sondern wird neben Text und Spiel zu einem dritten gleichwertigen „Erzähler". Melodien, Rhythmen und Stimmungen bilden oft sogar kontrapunktische Erzählstränge aus. Die Gleichzeitigkeit kontrastierender Gedanken und Stimmungen sind die erweiterte Möglichkeit des „Musikerzältheaters". Die Polyphonie der Musik, dem rein linearen Fortlauf der europäischen Sprachen in diesem Punkt überlegen, findet ihre Verschränkung im musikalisch betrachtetem Theatergeschehen.

Theater Triebwerk hat sich in den letzten fünf Jahren verändert. Wir benutzen immer noch Formen des Erzähl-Theaters, die Themen unserer Arbeiten verschieben sich aber immer mehr hin zur Musik. In unserer Arbeit versuchen wir die Synergien zu erkunden, die durch die gegenseitige Beeinflussung unserer Wahrnehmungsorgane entstehen. Ein Ton klingt im Dunkeln anders als im hellen Licht. Der Körper und seine Bewegungen enthalten Rhythmen. Eine Theateraufführung / Performance ist in ihrem Ganzen ein musikalischer Vorgang. Sie kann also auch in einer musikalischen Begrifflichkeit wahrgenommen, analysiert und bearbeitet werden. Durch diese Verschiebung des Wahrnehmungs-Schwerpunktes versuchen wir neue Wege des Zugriffs auf musikalische und theatrale Vorgänge und deren Präsentationsformen zu finden.

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Chronik

1996 zum 4. Deutschen Kinder- und Jugendtheater-Treffen in Berlin eingeladen.

1997 Heinrich der Fünfte wird als eines der 10 bemerkenswerten Theaterereignisse des Jahres

1998 Ein Freund für Löwe Boltanerhält den Traumspiele-Preis von Nordrhein-Westfalen mit einer Aufzeichnung durch das ZDF (Ausstrahlung am 20.2.1999 im Kinderkanal/Arte).

2000 Moby Dick erhält den Traumspiele-Preis von Nordrhein-Westfalen mit einer Aufzeichnung durch das ZDF (Ausstrahlung im Frühjahr 2001 im Kinderkanal/Arte); Die Geschichte vom Baum von Ingegerd Monthan entsteht in Koproduktion mit dem Deutschen Schauspielhaus; Bayerischer Theaterpreis für Moby Dick

2001 Heinrich der Fünfte und Ein Freund für Löwe Boltan auf Einladung der Indischen Regierung und des Goethe-Instituts auf vierwöchiger Gastspielreise in Indien; Moby Dickund Ein Freund für Löwe Boltan nach Belfast, Edinburgh und auf Tournee in Schottland; Macbeth entsteht in Koproduktion mit dem Oldenburgischen Staatstheater.

2002 Moby Dickund Ein Ein Freund für Löwe Boltan sind auf Einladung des Goethe-Instituts auf Gastspielreise durch Pakistan, Indien, Bangladesch und Sri Lanka.

2003 Einladungen für Moby Dick nach London, USA und Kanada; in Koproduktion mit der Theaterwerkstatt Hannover und Kampnagel Hamburg entsteht u. a. mit Unterstützung der Kulturbehörde Hamburg Der Musterschüler, die erste deutsche Dramatisierung eines Stephen King-Stoffes. Die Inszenierung wird dann 2004 auf zahlreichen deutschsprachigen Festivals gespielt. Die Geschichtenverschwörung entsteht 2003 als indisch-deutsche Koproduktion mit Unterstützungdes Goethe-Instituts Chennai (Indien) und der Kulturbehörde Hamburg. Eine dritte Indientournee führt das Stück nach Kalkutta, Chennai und Bangalore.

2004 Moby Dick auf zweiter Nordamerikatour durch Kanada und den USA, Höhepunkt ist der zweiwöchige Gastaufenthalt am New Victory Theater auf dem Broadway, New York.

2005 Supervox wird in der Zusammenarbeit mit Jan Pusch produziert; Moby Dick tourt zum dritten Mal in Nordamerika (Washington, Chicago); Kleiner Werwolf von Cornelia Funke entsteht an den Hamburger Kammerspielen.

2006 Odysseus irrt ist die erste Koproduktion mit der Theaterwerkstatt Pilkentafel und hat im Sommer Premiere in den Hamburger Kammerspielen; eine weitere dreiwöchige Gastspielreise mit Moby Dick und Ein Freund für Löwe Boltan durch die USA; im Winter entsteht Die Weihnachtsgeschichtenach Charles Dickens an den Hamburger Kammerspielen.

2007 Das klingt verdächtig, ein neuer Musikkrimi, hat Premiere im Fundus Theater und gewinnt am 8.7.2007 den Hamburger Kinder- und Jugendtheaterpreis. Im Sommer gastiert Moby Dickzwei Monate in Wien am Theater der Jugend, danach beginnen die Proben für die zweite Koproduktion mit der TheaterwerkstattPilkentafel: Die Schöne Stunde, die imMai 2008 Premiere haben wird.

2008 Die Reise nach Ugri La Brek, eine Koproduktion mit der Theaterwerkstatt Hannover, hat im März Premiere, ist auf internationalen Festivals in Okinawa, Osaka (Japan) und Seoul (Korea) und wird mit dem Preis für Freies Kinder- und Jugendtheater der Niedersächsischen Lottostiftung ausgezeichnet; im Juni hat Die Schöne Stunde, eine Koproduktion mit der Theaterwerkstatt Pilkentafel, Premiere auf Kampnagel.

2009 Im März zeigt Theater Triebwerk Die Schöne Stunde, eine Koproduktion mit der Theaterwerkstatt Pilkentafel, auf dem Festival der freien Theater in Schleswig-Holstein. Ende Mai hat Kater Murr Premiere in Hamburg.

2010 Im Januar beginnt das deutsch-indische Theaterlabor DROP im Flame Institut (Pune) in Indien mit DROP Phase I. Im Februar ist Kater Murr auf das Deutsch-Dänische Kindertheaterfestival in Flensburg und Haderlev eingeladen; beim Festival “Hart am Wind" in Hannover ist Theater Triebwerk mit insgesamt drei Stücken vertreten: Kater Murr, Die Schöne Stunde und Die Reise nach Ugri La Brek. Im September hat Die Erde ist rund Premiere in Hildesheim.

2011 Im Frühjahr hat Robin Hood, eine Koproduktion mit Theater Fensterzurstadt und der Theaterwerkstatt Hannover in Hannover Premiere. Im Juni wird Die Erde ist rund mit dem 3. Platz des Kindertheaterpreises der Hamburgischen Kulturstiftung und der Gesellschaft Harmonie ausgezeichnet. Im Herbst hat das szenische Konzert Vom Fischer und seiner Frau in Hamburg Premiere.

2012 Drop Phase II wird als Koproduktion mit der Theaterwerkstatt Hannover und der Indischen Tänzerin Priya Yoshi in Hannover realisiert, mit anschließenden Aufführungen in Hannover und Hamburg. Im Herbst findet die Premiere von Jo im roten Kleid als erste Koproduktion mit dem Theater für Niedersachsen in Hildesheim statt. Angeregt durch den Hamburger Kindertheaterpreis kommt es zu einer Kooperation mit dem Planetarium Hamburg. Mit Hilfe der Hamburgischen Kulturstiftung und der Hamburger Kulturbehörde wird eine speziell angepasste Fassung von Die Erde ist rund erstellt. Diese wird seit dem Winter regelmäßig im Planetarium Hamburg gezeigt.

2013 Im April hat die Produktion Bitte nicht stören! in Zusammenarbeit mit der Komponistin Oxana Omelchuk in Hamburg Premiere. Ebenfalls im April nimmt TTW am Symposium zum zeitgenössischen Musiktheater für ein junges Publikum in Schaan, Liechtenstein teil. Im Mai ist Jo im roten Kleid für den Mühlheimer Dramatikerpreis nominiert und somit zu den Mühlheimer Theatertagen eingeladen. Im Herbst ist Jo im roten Kleid zum Niedersächsischen BEST-OFF-Festival eingeladen. Am 26. Oktober hatte die zweite Koproduktion mit dem TfN Jungs. in Hildesheim Premiere. Im Dezember fand die Premiere der Produktion Umtopfen in Hannover statt.



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