Schulvorstellung: Wintermärchen2019 KönigDrosselbart

Märchen der Gebrüder Grimm in einer Fassung von Willi Schlüter

Foto  Theater In Der List C J  Giesel

Ein König hatte eine Tochter, die war über alle Maße schön, aber dabei so stolz und übermütig, dass ihr kein Freier gut genug war. Sie wies einen nach dem andern ab und trieb noch dazu Spott mit ihnen.

Einmal veranstaltete der König ein großes Fest und lud dazu aus der Nähe und Ferne die heiratslustigen Männer ein. Sie wurden alle in eine Reihe nach Rang und Stand geordnet: Erst kamen die Könige, dann die Herzöge, die Fürsten, Grafen und Freiherrn, zuletzt die Edelleute. Nun wurde die Königstochter durch die Reihen geführt, aber an jedem hatte sie etwas auszusetzen.

Besonders aber machte sie sich über einen guten König lustig, der ganz oben stand und dem das Kinn ein wenig krumm gewachsen war. "Ei", rief sie und lachte, "der hat ein Kinn, wie die Drossel einen Schnabel!" Und seit der Zeit bekam er den Namen Drosselbart. Der alte König aber, als er sah, dass seine Tochter nichts tat, als über die Leute spotten, und alle Freier, die da versammelt waren, verschmähte, wurde zornig und schwor, sie sollte den ersten besten Bettler zum Manne nehmen, der vor seine Türe käme.

Als Musik unter dem Schlossfenster zu hören war, stand der König auf und sah einen armen Spielmann unten stehen. Er befahl ihm hinaufzukommen und rieft nach einem Pfarrer, um die Heirat zu vollziehen. Ein König hält schließlich sein Wort! Gemeinsam mit dem Spielmann zogen sie aus dem Schloss. Ihr neues Zuhause war karg und an das neue Leben in Armut konnte sie sich nur schwer gewöhnen. Sie musste ohne Personal leben, waschen, kochen, Feuermachen und auf dem Markt Geschirr verkaufen. Ihre Erlebnisse dort und ihr neues Leben veränderten sie und ihr Hochmut wich Güte und Fleiß.

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