Hund Katz Rabatz 1 C Harald Schandry

HUND.KATZ.RABATZ 

von Gertrud Pigor 

’Hast du einen Hund zum Freund, dann bist du zu beneiden. Wir haben einen Hund zum Freund – jeder von uns beiden’, verkünden stolz die beiden Hunde, die sich am Ende der Straße eine Doppelhundhütte teilen. Keiner darf sie stören, denn sie sind vollauf damit beschäftigt, ihre besten Charaktereigenschaften zu pflegen und aufeinander aufzupassen. Denn, wie jeder weiß, ist ein guter Hund treu, zuverlässig und passt immer auf jemanden auf. So ist jeder des anderen Wachhund und bester Freund, was wollen sie mehr! Bis eines Tages überraschender Besuch auftaucht: ihre neue Nachbarin. Den beiden stellen sich die Haare auf: Katzenalarm!

In Hund.Katz.Rabatz. prallen zwei unterschiedliche Lebenskonzepte aufeinander: Auf der einen Seite haben wir das vernünftige, geordnete Leben der Hunde und auf der anderen Seite das spontane, unberechenbare Leben der Katze. Eine Situation, die viele Kinder aus ihrem Alltag kennen. Oder wenn sie einen Freund besuchen, bei dem es zu Hause andere Regeln gibt, andere Rituale, Werte und vielleicht sogar eine andere Sprache. Das Unbekannte hat seinen Reiz, verunsichert vielleicht auch. Manchmal sind die Kinder in solchen Situationen in einem Gewissenskonflikt, da sie befürchten, den Eltern untreu zu werden, wenn sie außerhalb der Familie etwas tun, was sie eigentlich nicht sollten. Kinder sind ständig damit beschäftigt herauszufinden, was sie wollen, wie sie es erreichen und mit wem. Und natürlich auch: Was ist gut? Was ist nicht gut? Darf ich das? Was passiert wenn ich es nicht darf und es trotzdem tue? Oder aber auch, sie wollen gerne bei den anderen Kindern mitspielen, trauen sich aber nicht.

Es geht in diesem Stück um Loyalität und Eifersucht, ein Thema mit dem sich viele Kinder konfrontiert sehen. Es geht aber auch um die Angst vor dem Neuen, um Belastungsproben und Horizonterweiterung. Und dass das Andere, das Fremdartige eben seinen Reiz hat. Das Stück beschäftigt sich mit Situationen, in denen junge Menschen, hier als Mischwesen von Mensch und Tier, mit Neuem und Fremdem konfrontiert werden; in diesem Spannungsverhältnis darf die eigene Position neu gefunden werden. Auf der ästhetischen Ebene wird das junge Publikum angeregt, weniger auf fertige Situationen und Produkte angewiesen zu sein, sondern dem Vorhandenen mit Spielfreude und Phantasie selbstbestimmt eine neue Gestalt zu geben.

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