Shitisland

Futur3

Drei Theatermacher erwarten zeitgleich Nachwuchs, und suchen einen Namen für
ihre gemeinsamen Theaterprojekte – »Futur3« ist geboren, gegründet im
Herbst 2003 von André Erlen, Stefan H. Kraft und Klaus Maria Zehe als
Plattform für ihre Theaterarbeit in Köln. Schon mit ihren ersten
Produktionen suchen sie Aufführungsorte außerhalb fester Theaterhäuser,
machen die Stadt selbst zur Bühne und inszenieren oftmals mit
aufwändiger Logistik auf einen bestimmten – öffentlichen oder privaten –
Raum hin.

Gearbeitet wird seit je her im Kollektiv. Eine Haltung, die übrigens die
Zuschauer durchaus einbezieht: gefordert ist ein aktives Publikum, das
die Rollen annimmt, die ihm dramaturgisch zugedacht sind – seien es nun
Delegierte einer Nahost-Friedenskonferenz oder Gäste einer Trauerfeier.
Das partizipative Moment schließt ein, dass Theater auch als Ritual
gefeiert wird. Gemeinsames Essen und Trinken gehören bei
Futur3-Produktionen dazu. So treten Zuschauer wie Theatermacher in einen
direkten Dialog über die immer auch politisch geprägten Themen von
Futur3: Krieg, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und Gentrifizierung,
Utopien (wie wollen wir leben?). Aber auch Tabus, der Umgang mit Tod,
Familie, Liebe, die eigene Biografie. Erlebtes, Fakten, Meinungen und
Fiktion vermischen sich, wenn im Probenprozess die Kondensate der oft
sehr ausführlichen Recherchephasen auf die Improvisationen der
Schauspieler treffen. Häufig werden die Probenergebnisse durch die
Arbeit von Autoren literarisch verdichtet.

»Von Genen und anderen Zufällen« erzählen André Erlen, Stefan H. Kraft und Klaus Maria Zehe

Futur3 sucht nicht nur eine transdiziplinäre Zusammenarbeit mit Autoren, Musikern, Tänzern, mit Wissenschaftlern, Streetworkern und Bestattern, sondern ebenso die Internationalität: Arbeitskontakte, Festivaleinladungen und Koproduktionen mit Theaterkünstlern in der Ukraine, Polen, USA, Italien, Israel, Singapur, Schweiz und Belgien haben die Arbeiten der letzten Jahre bereichert. Formal denkt Futur3 das Theater beständig weiter, stellt es in Frage und erfindet es als theatrales Happening oder begehbare Installation neu. Der Dialektik aus Spielen und Zuschauen im Moment der Performance werden diskursive Formate an die Seite gestellt, die das Theater zu einem nicht nur ästhetischen Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung machen.



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